============================================= DER KNAUSERER die 1. Online-Zeitung fuer Sparsame ============================================= Ausgabe 05/2009 Knauserer-Homepage: http://www.derknauserer.at Link: http://www.derknauserer.at/kn/knauserer%2005_2009.txt ----------------------------------------------------------------------- Inhaltsverzeichnis: * Der Knauserer in der Krise - eine Chance * Christels Welt: Knausern mit Spaßfaktor * Projekt 2009: Handwerkerkurse bei Baumax * Die 6 m2-Sennerei - leckere Milchprodukte aus eigener Produktion * Schnäppchen aber bitte richtig - Einsteigertipps für Neo-Knauserer * Fritz fragt: DIE KOCHKISTE * Mit kleinen Tipps viel sparen ----------------------------------------------------------------------- In eigener Sache: Die Knausererlandkarte http://www.einfach-leben.freeky.at hat bereits Zuwachs aus dem Ausland bekommen. Kommt checkt mal, ob in eurer Umgebung auch Knauserer wohnen! http://einfach-leben.freeky.at/usermap.php Wer sich auch eintragen will, bitte vorher im Forum anmelden! ----------------------------------------------------------------------- * Der Knauserer in der Krise - eine Chance Eigentlich kann ich dieses Wort Krise nicht mehr hören. Da die realen Aus- wirkungen bei mir noch nicht so wirklich angekommen sind, hat man gerne den Eindruck: Die Krise ist herbeigeredet. Besser als Krise fände ich es zuzugeben, dass wir jetzt 20 Jahre nach dem Fall des Kommunismus eine Offenlegung der massiven Mängel des derzeit einzigen uns verbliebenen Systems erfahren. Mit teilweise zweifelhaften Lösungsvorschlägen, die diese Mängel nur noch verstärken. Eine Flickschusterei. Echte Alternativen werden sich er angedacht, aber Ergebnisse aus Denkpro- zessen brauchen a) Zeit zum Reifen und b) sind diese Botschaften oft recht kompliziert, sodass sie kaum in die mickrigen Nachrichtenformate am Vorabend passen. Ob wir vor einem Zusammenbruch stehen? Ich weiß es nicht, kann also nur mit glauben aushelfen .... Meine Lösung zur Krise kennt ihr ja, ich lege sie euch seit nunmehr fast 10 Jahren in epischer Länge Monat für Monat vor: die individualisierte, konsumreduzierte Denkweise (das Knausern eben) Theoretisch knapst eine derartige Lebensweise die schädlichen Spitzen des aktuellen konsumkapitalistischen Systems ab. In der Tat kann ich bei mir beobachten, dass mein NEID mit den Jahren (vielleicht auch eine Erscheinung meines Alters von 36 Jahren 8-) nachgelassen hat. Während ich vor 10 Jahren noch mit Neid auf Schul- kollegen schaute, die es vermeintlich weiter gebracht haben als ich, kann ich jetzt diesen Dingen nach einem geistigen Kassensturz relativ gelassen entgegen schauen. Dem Motor der Konsumwelt der GIER habe ich ziemlich erfolgreich den Kampf angesagt. Hier heißt das Allheilmittel des Knauserers: Reduktion durch Hinterfragung. Ich erlaube mir selber die Frage zu stellen, ob ich etwas denn wirklich brauche. Die Antwort zu finden, ist oft sehr schwierig und braucht eine vertiefte Kenntnis der Dinge. Gegen die grassierende Gier anzugehen, heißt seinen Kopf gegen den nach Konsum schreienden Bauch einzusetzen. Was mich dann doch bestätigt, ist dass eine knausrige Lebensweise in Summe doch SOZIAL und ÖKOLOGISCH verträglicher ist als eine konsum- orientierte. Alleine durch das Weniger an gekauften Werten kann man sich auf einen reiferen Konsum konzentrieren und Unanständiges wie Kinderarbeit, Ausbeutung, Verseuchungen, Sinnlostransit etc. für seinen eigenen kleinen Bereich eindämmen. Soll ich mich etwa dazu hinreißen lassen, zu behaupten, dass ein einfach lebender Mensch mehr Zeit für MORAL hat? Rein subjektiv finde ich das Knausern für mich einen Glücksfall in der Krise? Natürlich habe ich den Börseneinbruch mitgemacht und es keimte doch eine leise Panik auf, das Ersparte zu verlieren. Was da noch half, war eine Definition eines WORST-CASE-SZENARIOS? Wäre ich denn gewappnet, wenn gar nichts mehr geht? Das Gedankenexperiment ist sicher überzogen (wobei wir wieder beim Glauben angekommen wären), aber es ist sicherlich spannend und wenn man zu einem Ergebnis kommt auch beruhigend. Man findet raus, was man hat, wenn man nichts mehr besitzt .... Eine der REaktionen auf mein persönliches Gedankenexperiment, war die Reihe Projekt 2009 - die Stärkung der eigenen handwerklichen Fähigkeiten. (Siehe Artikel 3) Der wichtigere Schluss war der Aufbau meines persönlichen Krisen- managements, das man in folgenden essentiellen Punkten kurzfassen kann: - Komme ich durch bei Arbeitsverlust? - Habe ich noch Einsparungspotential? - JETZT Schulden abbauen! - Durchdenken einer Strategie bei Ersparnissen. Geradezu frevelhaft finde ich die Abwrackprämie, die gerade jetzt mittlere Einkommen weiter in die Schulden treibt. Bei den Ersparnissen bin ich den Empfehlungen meines Anlagebera- ters gefolgt, dem durchaus auch eine höhere Inflation vorschwebt: "Raus aus gebundenen Sparkonten und Anleihen, Vorsicht bei Immobilien, 5 % Edelmetalle ins Depot, etwas abwarten bei Aktien und im späten Sommer Aktienkäufe andenken." Ansonsten finde ich, dass wir der Krise mit dem Leitsatz aus dem Werk "Per Anhalter durch die Galaxis" begegnen sollten: DON'T PANIC! Kommt es, wie es kommt. Der Mensch ist ein Meister im Überleben, wenn er denn nun das Zepter und die Herrschaft seines Lebens noch nicht ganz aus der Hand gegeben hat. Rein psychologisch also ist ein einfaches Leben in Krisenzeiten ein wohliges Ruhekissen: - zu wissen, was man kann - zu wissen, wie man sich STILVOLL einschränken kann, ohne Plage und ein Gefühl der Eingeschränktheit - sich wohl zu fühlen, ohne viele Dinge kaufen zu müssen Enden möchte ich mit einer Idee, die von Günther Wallraff kommt: "Der globale Verfall der Finanzmärkte läute nicht nur eine wirtschaft- liche, sondern eine Systemkrise ein, auf die hoffentlich ein «Zeitalter der Bescheidenheit und der Werte» folgen werde." (Qu: monsterancritics.de) Schön wäre das, kommt aber nicht so ... (das ist jetzt nicht mehr Glauben, sondern erlernte Skepsis). ----------------------------------------------------------------------- * Christels Welt: Knausern mit Spaßfaktor Knausern mit Verzicht in Zusammenhang zu bringen, finde ich gefährlich. Was ich nämlich nach wie vor am Wichtigsten finde, ist die Freude bzw. der Spassfaktor. Wenn ich dann lese über KonsumVERZICHT, denk ich bloss Kohlsuppe und Hinterhof. Auch wenn ich den Inhalt (Artikel Knauserer 01/2009 und 02/2009) genial finde. Das denkst sicher auch Du und die langjährigen Knauserer, aber ein Neuling wird sich gleich hinter dem Ofen verkriechen oder mit seinem Ferrari zum Ausgleich auf den Golfplatz fahren. Das holländische Geizhalsehepaar wude einmal von einem Reporter zu Hause interviewt und der war ganz überrascht, dass sie nicht auf Apfelsinen- kisten sitzen. Das überzeugt! Ich liebe beispielsweise alle Öko-Leute , weil sie viele gute Ansätze haben. Sie machen sie aber für mich sofort zunichte, wenn sie sagen ihnen reichen 2 Paar Schuhe und die sie anhaben sind nicht geputzt. Weil wie im Kleinen so im Grossen. Oder wie einer eine Sache tut, so tut er alles. Neulich las ich , dass eines der ungeschriebenen Gesetze des Erfolgs lautet: Was Spass macht, wird auch getan. Grad lief der Film Sister Act im Fernsehen. Da sagt Woopi Goldberg als Hure zu der Oberin im Kloster: Warum kriegt Ihr denn die Bude (Kirche) nicht voll? Weils eben langweilig ist. Drum find ichs wichtig, beim Knausern die Freude rüberzukommen zu lassen! Wir haben einen 10 jahre alten Lupo und fahren ihn mit Begeisterung. Wir sagen nicht, wir haben NUR den, sondern wir fahren ihn, weil man überall einen Parkplatz findet. Wenn ich sage, er braucht wenig Benzin und ist umweltfreundlich, verärgere ich nur die anderen. Ich kenne eine Frau, die biologische Waren vertreibt und sehr gesundheitsbewusst ist und isst. Sie wollte nicht glauben , dass wir mit dem Lupo in Südfrankreich waren, vor 3 Jahren. Als ich dann auch noch erzählte, dass wir ein Zelt dabei hatten 2 Klappräder, Luftmatrazen, Campingtisch 2 Stühle und natürlich ein Tischtuch und Windlicht, war sie sprachlos, Das waren allerdings auch unsere Campingnachbarn, als sie sahen ,was 2 weisshaarige , weissgekleidete (Sommerlook)Leute so alles aus dem kleinsten anwesenden Auto alles herausholten. Also Freude pur. Ein Freund fragte uns einmal warum wir nicht unser anderes Auto gamnommen hätten. Ich fragte, welches. Man setzt in unserem Alter einfach ein "gediegenes"Auto voraus. Tipp zum einfachen Nähen Wie bei allem find ich schnellen Erfolg das Wichtigste, dass einem die Lust nicht vergeht. Hose, einfach zu nähen, für Damen über Grösse 38, die den Pulli über der Hose tragen. Man nimmt eine alte Hose , die passt und man eigentlich wegwerfen will. Diese schneidet man knapp an den Nähten auf, nicht auftrennen, das dauert zu lange und ist nicht nötig. Bund dranlassen und mitschneiden Falls die Hose hinten eine Passe hat auch dranlassen. Nun hat man 4 etwa gleiche Teile. Stretch Stoff besorgen oder Stretchjeansstoff. Alte Hose drauflegen und 1 cm breiter schneiden. So und nun näht man wie folgt: Vorne Mitte zunähen, da Stretchstoff ist kein Reissverschluss nötig Hinten Mitte zunähen.Gleich alles zackeln Nun steckt man mit Stecknadeln die innere Mitte , also den Schritt Unten genau in der Mitte schauen , dass die Nähte ein Kreuz bilden. Anschliessend die Seitennähte stecken und heften. Jetzt probieren. So kann man die Taille enger oder weiter machen. An der Teille säumen unten säumen. Man springt beim Anziehen hinein wie in eine Unterhose. ----------------------------------------------------------------------- * Projekt 2009: Handwerkerkurse bei Baumax Normalerweise mache ich für Branchenriesen keine Werbung, aber diesmal möchte ich für Baumax (Heimwerkermarkt in Österreich und in den östlichen Nachbarstaaten http://www.baumax.at) eine Ausnahme machen. Seit einger Zeit bietet Baumax gratis Heimwerkerkurse zu verschiedenen Themen an. Neben einem gewissen Werbeeffekt steht lt. Baumax hinter dieser Idee vor allem, "damit unsere Kunden kleine Reparaturen und Handwerkerarbei- ten selbst erledigen können". (Hört, hört!) Was natürlich erstaunlich ist, sind die kleinen Wörter SELBST und GRATIS. Und wenn einer Firma mit der nötigen Infrastruktur mit immerhin 67 Bau- märkten in Österreich (auch in Grenznähe zu Deutschland, der Schweiz und Südtirol) mit ihrer DIY-Ausrichtung so etwas Gescheites einfällt, dann wird das eben auch von uns unterstützt. Die Aktion wird von Baumax wie folgt konzipiert und beworben: "Frei nach dem Motto „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ bietet bauMax eine Reihe von professionellen Heimwerker-Kursen an. Speziell für unsere Kunden haben wir zu wichtigen Schwerpunkten des Bauens und Heimwerkens einzelne Kurspakete geknüpft, die punktgenau auf Ihre Bedürf- nisse eingehen. Wir zeigen unseren Kunden aus jedem Spezialbereich des Handwerkens das, was sie unbedingt wissen müssen, um kleine Reparaturen und Arbeiten in Ihren vier Wänden selbst zu erledigen. Die Kurse werden von unseren Fachkräften im Markt geleitet und bieten neben theoretischem Wissen auch zahlreiche Gelegenheiten für praktische Übungen." Für 2009 sind noch geplant (Kurse zur Verlegung von Parkett und Laminat, zum Fliesenverlegen, Energiesparen biem Bauen, und zur Holzbearbeitung wurden in diesem Jahr schon abgehalten): 15.5 Start ins Gartenjahr 5.6 Rosen im Garten 3.7 Holz und Farbe 7.8 Verputzen (innen und außen) 4.9 Kreative Wandgestaltung 2.10 Energiesparen im Alltag 6.11 Sanitärinstallationen 27.11 Adventkranz binden 11.12 Richtiger Umgang mit Werkzeug Daneben gibt es noch folgende Kurse für Kinder ab 6 8.5 Bastelkurs Muttertag 9.10 Ausbildung zum Energiespardetektiv 4.12 Bastelkurs Weihnachten Alle Kurse beginnen um 16:00 Uhr. Die Anmeldung erfolgt beim betreffenden Baumarkt selber. (Baumarktfinder: http://www.baumax.at/c/location/search) Wie gesagt: die Kurse sind kostenlos und werden von den "Experten" im Bau- markt selber abgehalten. Da es die Aktion nun schon länger gibt und die Fortführung für 2010 gesichert ist, dürften die Kurse auch Anklang finden (und folglich inhaltlich auch in Ordnung sein). Pro Kurs und Markt rechnet Baumax mit ca. 10 Teilnehmern. Und als Gag gibt es eine schöne Urkunde für die Teilnahme. Ich fand die Idee auf den ersten Blick Klasse. Gerade wenn ich mir so Themen wie die Ausbildung zum Energiespardetektiv für Kinder oder Richtiger Umgang mit Werkzeug oder Sanitärinstallationen ansehe, bin ich schon davon überzeugt, dass die Kurse auch praktischen Nutzen haben. Durch die Durchführung im Baumarkt wird man natürlich auf deren Produkte eingeschult, demgegenüber darf ich mir das Objekt auch ansehen und anfassen. Was bei praktischen Schu- lungen grundlegend ist. Sollte jemand einmal einen Kurs besucht haben oder noch besuchen, bitte ich dringend um Feedback an info(at)derknauserer.at, ob sich der Besuch lohnt. Das Adventkranzbinden habe ich mir schon notiert, denn das möchte ich schon seit Jahren lernen. ----------------------------------------------------------------------- * Die 6 m2-Sennerei - leckere Milchprodukte aus eigener Produktion Ich leide bedingt durch den eigenen Stall unter einer Milchschwemme. Seit die kleine Tochter nicht mehr so an ihrer Milchflache hängt, bleibt mir am Tag 1 l Milch übrig. Den habe ich früher teilweise schweren Herzens weggeleert oder der Oma zurückgegeben, um sie den Ziegen zu verfüttern. Da mir Wegwerfen ein Gräuel ist, hat mir das schon recht weh getan. Andererseits habe ich Butter, Topfen und Fruchtjoghurt zugekauft. Die Situation in Ruhe betrachtet, habe ich mich für diesen Wahnsinn richtig geschämt und intensiv an einer Lösung gearbeitet. KEFIR Die erste Idee ging in Richtung Kefir, den ich in Russland sehr gerne ge- trunken habe. Meine Erkenntisse und die Ideen anderer Kefiristen habe ich seinerzeit im Artikel - Kefir der tolle Pilz - verarbeitet. http://www.derknauserer.at/kn/knauserer%2005_2005.txt Besonders im Sommer ist Kefir sehr erfrischend. Nur meine Familie hat den Geschmack samt und sonders abgelehnt. Deshalb reiste mein Kefirpilz nach Oberösterreich, wo er weitergedeihen durfte. Das Problem bei Kefir ist auch, dass man des Geschmackes mit der Zeit überdrüssig wird. Auch die Weiterverarbeitung ist begrenzt. JOGHURT Die nächste Idee war die Auswahl eines heimischen Produktes, worauf die Wahl auf das allseits beliebte Joghurt viel, von dem wir viel zugekauft kaben. Die Herstellung von Joghurt ist recht einfach und ist in Knauserer http://www.derknauserer.at/kn/knauserer%2003_2008.txt beschrieben. Seit ich nun die Trockenkulturen der Firma Hundsbichler (siehe Produkt- seite: http://www.derknauserer.at/produkt.php) verwende, ist die Her- stellung von Joghurt eine fixe Größe im Haushalt geworden. Für Ziegenrohmilch empfehle ich die Milde Joghurtkultur von Hundsbichler, die sogar diese schwer zu verarbeitende Milch eindickt. Joghurt hat den Vorteil, dass es die Kinder lieben. Ich gebe frische Früchte, Sirup oder Marmelade bei. Auch Apfelmus mit Zimt und Zucker ergibt ein Joghurt mit Weihnachtsgeschmack und wird gerne gegessen. Ein REnner auch Walnussstückchen mit Honig als griechisches Joghurt. Ich habe mir Gläschen gerichtet und gebe es meiner Kompanie zur Jause in Kiga und Arbeit mit. Aus Joghurt kann man auch Tzatziki (mit Gurken, Knofi und Salz) oder Ayran (Joghurt mit Wasser verdünnt, ev. etwas nachsalzen) - beides im Sommer sehr erfrischend. Das Joghurt geht dann noch in Joghurtdressings und Joghurtsaucen. Die fast 1,5 l Joghurt pro Woche gehen so ganz leicht raus. ABER ES WAR IMMER NOCH MILCH DA TOPFEN - QUARK Eine kleine Anfrage im Forum (das vor allem bei konkreten Fragen sehr gute Dienste leistet und mir schon oft wertvollste Inspirationen geliefert hat - http://einfach-leben.freeky.at) und Hilde wies mich auf Topfen hin. Auch mein Mann konnte sich erinnern, dass seine Mutter Topfen selber gemacht hat. Und Topfen hat sich als sehr leicht herzustellen erwiesen: Man nimmt ROHmilch und impft diese mit etwas Buttermilch und läßt sie gut 48 Stunden stehen. Dann erhitzt man diesen entstandenen Bruch leicht (ca. Stufe 2 - 10 Minuten) bis man sieht, dass sich die Molke auszuscheiden be- ginnt. Inzwischen befeuchtet man ein Tuch. Den Bruch mit der Molke gießt man in das feuchte Tuch und hängt dieses so auf, dass die Molche durch das Gewebe in eine Schüssel abfließen kann. Nach 1 - 2 Stunden (je nach Weichegrand des gewünschten Topfens) ist er fertig. Und aus Topfen kann man nun 1001 Köstlichkeit machen. Topfengolatschen, Topfenschmarrn, Tofennocken, russische Syrniki, Topfenknödel, Topfen- torte, Topfenfüllen pikanter Natur, Liptauer und andere Aufstriche .... MAGERTOPFEN + BUTTER Wer den Topfen weniger FEtt haben will, kann sich gerne auch Magertopfen herstellen, dessen Nebenprodukt Rahm und Butter ist. Leider rahmt meine Ziegenmilch nur schlecht auf und die Ausbeute an Rahm ist sehr gering. Bei Kuhrohmilch sollte das besser funktionieren. Man stellt nun die Rohmilch 12 h zugedeckt in eine Schüssel. NAch dieser Zeit sollte sich oben der Rahm gebildet haben. Dieser wird abgeschöpft. Mit der restlichen Magermilch wie bei Topfen weiter verfahren. Der Rahm muss nun bei Zimmertemperatur ca. 6 Stunden stehen und dann noch mal 3 Stunden im Kühlschrank. Am besten man füllt ihn gleich in Marme- ladeglas mit Deckel, denn nun muss man 10 Minuten schütteln und kann dann Butterklumpen rauspicken. Alle beschriebenen Vorgänge lassen sich ohne besondere Geräte leicht in der Küche auf kleinstem Raum bewältigen. Wer also günstig zu Rohmilch kommt, sollte es auf jeden Fall probieren. Auch Frischkäse ist leicht herzustellen, wobei man statt Buttermilch dann halt mit Lab impft. Da mein Schwiegervater käst, bin ich hier aber nicht so bewandert. ----------------------------------------------------------------------- * Schnäppchen aber bitte richtig - Einsteigertipps für Neo-Knauserer Eigentlich bin ich sehr gegen diesen Schnäppchenwahn. Schnäppchen sind nichts anderes als Konsum. Man kauft halt preisgünstig (dafür meist alles andere als nachhaltig). Durch dieses Billigkaufen kürzen die Produzenten auch an der Qualität usw. usw. Die Auswirkungen sind uns hinlänglich bekannt. Seit Jahren ist eine Verschundung der Gebrauchsgegenstände festzustellen, die wohl irreversibel ist. Das Gefühl für gute Qualität kommt abhanden, die Jagd nach dem günstigsten Preis geht aber weiter. Alles nicht so erfreulich! Andererseits möchte ich natürlich nicht dazu aufrufen, konsequent nicht den besten Preis zu suchen. Wir sind ja keine Märtyrer. Natürlich freut es den Knauserer ganz besonders, etwas Gutes günstig oder gar gratis zu erstehen. Was mir allerdings beim allgemeinen Schnäppchenjäger aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass oft Dinge deshalb gekauft werden, WEIL sie billig sind. Ich beobachte das oft, wenn der Hofer(ALDI)-Prospekt kommt. Regel- mäßig werden die guten Angebot diskutiert, genauso regelmäßig auch ge- kauft. Hakt man nach, kommt man drauf, dass der günstige Preis Anreiz genug zum Kauf war. Der Bedarf wird ganz oft nicht überprüft. Oft beobachte ich das bei Artikeln für Kinder, denen man ja gerne mal was mitbringt. Und wenn dann der günstige Preis winkt, dann ist es auch schon gekauft. Der Knauserer jagt Schnäppchen anders. Der Schnäppchenkauf ist an sich ein Kauf wie jeder andere, nur einer wo man halt mit viel Glück günstiger als kalkuliert einkauft. Auch vor dem Schnäppchenkauf muss ein Bedarf stehen, sonst ist es ein sinnloser Zusatzkauf und per se schon teuer. Das wird einfach oft ver- gessen. Wenn ich etwas kaufe, das ich nicht unbedingt brauche, dann kaufe ich teuer. Denn der Nichtkauf wäre sinnvoller und preiswerter gewesen. DAS BESTE SCHNÄPPCHEN DES KNAUSERERS IST DER NICHTKAUF!!!!!!!!!!!!! Aber auch beim Knauserer stauen sich nötige Anschaffungen. Bei mir kommen sie auf eine Liste, die etwas versteckt bei mir in der Küche hängt. Wenn in mir ein Bedürfnis hochkommt, dann schreibe ich es auf diese Liste und lasse es hängen. Die Liste gehe ich in unregelmäßigen Abständen durch und oft muss ich auf den ersten Blick Notwendiges wieder von der Liste streichen. Was dann noch stehen bleibt, wird offenbar wirklich gebraucht und die Suche beginnt. Zuerst im Umkreis rumfragen, vielleicht gibt das Teil jemand mit Handkuss ab oder verleiht es gerne für eine gewisse Zeit. Oft kommt man so gratis oder preisgünstig um teure Anschaffungen rum. Aber es bleiben immer Dinge, die man nicht irgendwie auftreiben, selbermachen etc. kann. Dann steht ein Kauf ins Haus! Ist es dringend, dann lohnt die Schnäppchenjagd nicht. Hat man Zeit, so kann man sich das Produkt mit dem besten Preis-Leistungs- Verhältnis rauspicken. Gutes Gelingen! ----------------------------------------------------------------------- * Fritz fragt: DIE KOCHKISTE VORHER HANDELN - STATT NACHHER JAMMERN kann auch eine Spur zum einfachen Leben mit guter Lebensqualität sein. meint Friedrich F. und stellt folgendes Thema zur Diskussion: Die Kochkiste ist ja in Vergessenheit geraten. Das System aber könnte wieder öfter ein- gesetzt werden wenn es darum geht Energie zu sparen. Die Kochkiste eignet sich besonders dafür, um Lebensmittel, die eine lange Koch- oder Garzeit benötigen, aufzubereiten. Das Kochgut (z.B. Reis) im Wasser wird kurz aufgekocht, dann kommt der Topf in die isolierte Kochkiste, wird auch nach oben hin gut abgedeckt. Die Wärme kann (fast) nicht entweichen und der Garprozess erfolgt ohne weitere Energie- zufuhr. Die ersten Anwendungen erfolgten wahrscheinlich von der bäuerlichen Bevölkerung. Verwendet wurden Graupen - die entweder am Abend (für das Frühstück) oder in der Früh (für das Mittagessen) - derart aufbereitet wurden. Anstelle einer isolierten Kiste wurde der Topf in eine Decke gehüllt und mit dem Bettzeug fest abgedeckt. Die Kiste kam wahrscheinlich erst im städtischen Raum in Ge- brauch. Als diese Methode stark verbreitet war, war die Kochkiste sogar ein Küchenmöbel. In Notzeiten wurde auch nur ein Karton genommen und mit vorhandenen Materialen (Stroh, Tüchern) ausgelegt. Nachdem ich selber keine schöne Kiste bauen wollte (konnte) musste ich mir was einfallen lassen. Und siehe da, es war nie leichter als derzeit, eine leichte, handliche und keinen zusätzlichen Platz brauchende Kochkiste zu er- halten. Ich nahm dafür einfach unsere Kühlbox, schnitt eine alte Isoliermatte – der Topfgröße entsprechend – zusammen, und fertig war meine „Kochkiste“. Was mir aber noch fehlt sind Kochrezepte. Mit Sicherheit gab es entsprechende Rezepte in alten Kochbüchern. Leider bin ich noch nicht fündig geworden und bin auf eigene Experimente angewiesen. Daher meine Bitte, mein Aufruf: Wer hat Erfahrung (noch oder schon wieder) mit einer Kochkiste? Wer hat Rezepte? Eine Kleinigkeit kann ich in Form dieses Beitrag beisteuern http://www.derknauserer.at/kn/knauserer%2009_2006.txt. Die Bilder von Fritz findet ihr unter http://www.derknauserer.at/unterlagen/doku.php in einem Link ganz unten. Das Thema stelle ich natürlich unter http://einfach-leben.freeky.at/read.php?13,11712 zur Diskussion! ----------------------------------------------------------------------- * Mit kleinen Tipps viel Sparen: INTERNETTIPP: http://webecoist.com/2009/02/17/green-it-yourself-15-innovative-eco-friendly-diy-projects/ Ein Ideenfeuerwerk zum Recycling gefällig - schaut mal hier hin. CHRISTINES FLICKTIPPS: Meine Mutter ist Hobbyschneiderin und näht sich fast ihre ganze Garderobe selbst - soweit bin ich leider (noch) nicht, aber bei reicht's für kleine Ausbesserungs- arbeiten. Flicken für Jeans (bes. für Kinder) schneide ich aus einer alten, hoffnungslos kaputten Jeans. Als Schablone nehme ich z.B. eine Herz-Keksform (für Mädchenjeans) oder den Grundriß einer kleinen Schüssel (oval oder rund). Dann mit Zick-zack-Stich rundherum gut festnähen und gut ist. Die Flicken, die es zu kaufen gibt, sind oft sehr teuer, außerdem hält alleiniges Aufbügeln nicht immer, man muss ohnehin nochmal rundherumnähen. Jeans und Leggings schneide ich gerne zu Bermudes bzw. Radlerhosen ab, wenn sie in der Länge nicht mehr passen - der Stoff sollte halt nicht zu dick sein. Mädchenjeans, die zu kurz werden, sonst aber noch passen, verlängere ich mit Borten. Sieht hübsch aus und die Nutzungsdauer wird nochmals verlängert. MAIPFEIFE: Kennt ihr das noch? Das Herstellen einer Maipfeife! Hier eine Kopie aus einem Buch. Fasziniert mich seit Kindertagen! http://www.derknauserer.at/unterlagen/maipfeife.jpg ----------------------------------------------------------------------- Für den Knauserer 06/2009 sind folgende Themen geplant. Ich werde diese Themen im Diskussionsforum auch zur Diskussion stellen. E-Mails mit euren Tipps und Meinungen sind aber auch herzlich willkommen. * Einkaufsgemeinschaften - eine Idee andenken * Christels Welt: * Projekt 2009: Eine eigene Zwischenbilanz - der steinige Weg zu mehr Können * Das Motorrad - das Auto des armen Mannes * Der Hype: Depressioncooking * Fritz fragt: * Mit kleinen Tipps viel sparen Forum: http://www.derknauserer.at E-Mail: mailto: info@derknauserer.at ----------------------------------------------------------------------- Impressum: Der Knauserer ist ein kostenloses E-Zine, das ca. 12mal jaehrlich erscheint. Herausgeber: Michaela Brötz, info@derknauserer.at - www.derknauserer.at